Bauen für die Gemeinschaft – Das Bauhaus und Tel Aviv.

Symposium of the Bauhaus Dessau Foundation to commemorate 50 years of diplomatic relations. In cooperation with the Heinrich-Böll-Foundation of Saxony-Anhalt, supported by the "White City Network" under the auspices of the Israeli Embassy.

This year, Germany and Israel are celebrating 50 years of diplomatic relations. For the Bauhaus Dessau Foundation, this marks an occasion to reflect on the idea of collective building and thus the relationship between Bauhaus and Israel in a symposium. The symposium is broken down into three panel discussions with related content.

The subjects of the Panel discussions (Gesprächsrunden) are:

  • Panel discussion 1: Arieh Sharon: "Kibbutz and Bauhaus" – From a Student of the Bauhaus to The Architect of Israel: In 1926, Arieh Sharon came to the Bauhaus Dessau as a young Zionist to study architecture under Walter Gropius. From Palestine/Israel, he brought a lot of experience with him, about living in a community from the kibbutz movement. In 1927, he met Hannes Meyer, who understood architecture as building for the community, in the construction department of the Bauhaus. After his time in Dessau and Berlin, he went back to Palestine in 1931 and took over the leadership of the National Planning Department in Jerusalem, after the foundation of the state of Israel. His autobiographical, synoptic book “Kibbutz+Bauhaus” was published in 1976. This book is the starting point for the first discussion round of the symposium.
  • Panel discussion 2: Building, Researching, Preserving: Selected Projects in Tel Aviv, Dessau and Bernau: The second panel discussion focuses on architects for concrete building projects in Germany and Israel. Four structures are examined which, in formal terms, are very similar but very different in their cultural, social and economic contexts. An architectural debate that spans the historical building process through to issues related to landmark preservation today.
  • Panel discussion 3: Tel Aviv and Bauhaus. The Collective Society between  Urbanity and the Kibbutz

The urbanisation of Israel is characterised by contradictions up to the pre-sent day. The "black" Tel Aviv (Sharon Rotbard) vs. the internationally ex-alted "White City", the Zionist history of the city's formation with the focus on community and collective vs. the protests against the socio-political grievances in the summer of 2011. The closing panel offers a platform for sharing personal experiences and individual predictions. What is the significance of the collectives of new building in Palestine/Israel in light of privatisation, real estate speculation, sub-urbanisation and "museumisation"?

In the afternoon we offer a trip to the Balcony Access Houses by Hannes Meyer, fee EUR 4.00, registration at [email protected][at]bauhaus-dessau.de by 1 October.

Event organiser: Bauhaus Foundation Dessau, 

Regina Bittner, Monika Markgraf, Werner Möller and Alexia Pooth

Bauen für die Gemeinschaft – Das Bauhaus und Tel Aviv.

Symposium der Stiftung Bauhaus Dessau anlässlich des Jubiläums 50 Jahre diplomatische Beziehungen. In Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt, unterstützt durch das „Netzwerk Weiße Stadt“, unter der Schirmherrschaft der Botschaft des Staates Israel.

In diesem Jahr blicken Deutschland und Israel auf 50 Jahre diplomatische Beziehungen zurück. Für die Stiftung Bauhaus Dessau Anlass, mit einem Symposium den Gedanken des kollektiven Bauens und damit die Verbindung zwischen dem Bauhaus und Israel zu reflektieren. Das Symposium gliedert sich in drei Gesprächsrunden, die inhaltlich aufeinander aufbauen.

PROGRAMM

10.15 Uhr Begrüßung: 

  • Claudia Perren, Direktorin und Vorstand der Stiftung Bauhaus Dessau 
  • Ran Yaakoby, Kulturattaché der Botschaft des Staates Israel, Berlin

10.30 Uhr Einführung 

  • Vice Versa: Das Bauhaus und Tel Aviv (Arbeitstitel) 
  • Regina Bittner, Stiftung Bauhaus Dessau

10.50 Uhr Gesprächsrunde (1): Arieh Sharon: „Kibbuz und Bauhaus“ – vom Bauhausschüler zum Planer Israels

  • Mit Zvi Efrat (Tel Aviv), Ines Sonder (Potsdam) und Michael Levin (Ramat Gan)
  • Moderation: Ines Weizman (Weimar)

11.45 Uhr Kaffeepause

12 Uhr Gesprächsrunde (2): Bauen, Forschen, Pflegen: ausgewählte Projekte in Tel Aviv, Dessau und Bernau

  • Mit Winfried Brenne (Berlin) und Jeremie Hoff-mann (Tel Aviv)
  • Moderation: Sharon Golan (Tel Aviv)

13 Uhr Mittagessen

13.45 Uhr Tour durch das Bauhaus für Gäste und Diskussionsteilnehmer

15 Uhr Gesprächsrunde (3): Tel Aviv und Bauhaus. Die kollektive Gesellschaft zwischen Ur-banität und Kibbuz

  • Mit Gisel Dachs (Tel Aviv), Ines Sonder (Pots-dam), Winfried Brenne (Berlin), Sharon Golan (Tel Aviv), Jeremie Hoffmann (Tel Aviv), Ines Weizman (Weimar) und Zvi Efrat (Tel Aviv)
  • Moderation: Werner Möller (Dessau)

16 Uhr Besuch der Laubenganghäuser und des Informationszentrums in Dessau-Törten (nach vorheriger Anmeldung bis zum 01.10.2015)

17.30 Uhr Rückkehr ins Bauhaus

18 Uhr Buchvorstellung im Design Shop mit Ines Sonder (Potsdam), Mi-chael Levin (Ramat Gan) und Stephanie Kloss (Berlin)

  • „Carmel. International Style in Haifa“, mit Fotos von Stephanie Kloss 
  • Zu den Themen der Gesprächsrunden:
  • Gesprächsrunde 1: Arieh Sharon: „Kibbuz und Bauhaus“ – vom Bauhausschüler zum Planer Israels

Arieh Sharon kam 1926 als junger Zionist nach Dessau, um am Bauhaus unter Walter Gropius Architektur zu studieren. Er brachte aus Palästina viel Erfahrung zum Leben als Gemeinschaft aus der Kibbuzbewegung mit und traf 1927 in der Bauabteilung des Bauhauses auf Hannes Meyer, der Architektur als Bauaufgabe für die Gemeinschaft verstand. Nach seinen Jahren in Dessau und Berlin ging Sharon 1931 nach Palästina zurück und übernahm nach der Staatsgründung Israels die Leitung des National Planning Departments in Jerusalem. 1976 erschien sein autobiographisches, synoptisches Buch „Kibbuz+Bauhaus“. Das Buch ist Ausgangspunkt der ersten Gesprächsrunde des Symposiums.

Gesprächsrunde 2: Bauen, Forschen, Pflegen: ausgewählte Projekte in Tel Aviv, Dessau und Bernau

Die zweite Gesprächsrunde lenkt den Blick vom Architekten zu konkreten Bauprojekten in Deutschland und Israel. Vier Bauten stehen im Fokus, die formal von großer Ähnlichkeit sind, die aber in ihren kulturellen, sozialen und ökonomischen Bezügen sehr differenziert zu betrachten sind. Eine Baudebatte, die den Bogen vom historischen Bauprozess bis zu Fragen der heutigen Denkmalpflege spannt.

Gesprächsrunde 3: Tel Aviv und Bauhaus. Die kollektive Gesellschaft zwischen Urbanität und Kibbuz

Es sind die Widersprüche, die bis heute für die Urbanisierung Israels kennzeichnend sind. Das „schwarze“ Tel Aviv (Sharon Rotbard) versus die international glorifizierte „Weißen Stadt“, die zionistische Gründungsgeschichte mit dem Fokus auf Gemeinschaft und Kollektiv versus die Proteste gegen die gesellschaftspolitischen Missstände im Sommer 2011. Das Schlusspanel bietet die Möglichkeit, persönliche Erfahrungen auszutauschen und individuelle Prognosen zuzulassen. Welchen Stellenwert hat das Kollektive des Neuen Bauens in Palästina/Israel noch angesichts von Privatisierung, Immobilienspekulation, Suburbanisierung und Musealisierung? 

Am Nachmittag ist die Teilnahme an einer Fahrt zu den Laubenganghäusern von Hannes Meyer möglich, Anmeldung hierzu unter [email protected][at]bauhaus-dessau.de bis zum 01. Oktober 2015, Kostenbeitrag 4,00 Euro.

Veranstalter: Stiftung Bauhaus Dessau, Regina Bittner, Monika Markgraf, Werner Möller und Alexia Pooth